Kein Blog mehr

Dienstag, 25.02.2014

Hallo Leute,

nur eine kurze Info: Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, ist der Blog seit geraumer Zeit tot. Wir koennen ihn leider nicht mehr aufrecht erhalten, weil wir zu selten Internet und Computer zur Verfuegung haben. Aber die meisten von euch bekommen ja auch so regelmaeszig Fotos und Infos von uns.

Uns geht es gut und wir genieszen unsere gemeinsame Zeit! :-)

Liebste Gruesze,

Tina und Mallu

Time Flies...

Mittwoch, 30.10.2013

Schon 3 Wochen sind wir jetzt bei MANA und wir fühlen uns immer noch wohl. Mit Matilda und Hanna, den zwei Schwedinnen, haben wir uns angefreundet und hatten eine lustige Zeit. Sie sind allerdings vor ein paar Tagen abgereist und erkunden jetzt das Northland. Wir wollen aber in Kontakt bleiben.

An die Arbeit haben wir uns gut gewöhnt. Wir sind Profis im Gemüse schnibbeln und Betten machen geworden.

Was das Essen angeht, so haben wir langsam genug von all den Hülsenfrüchten und den Salaten. Ist zwar alles lecker, aber unsere Verdauung macht das nicht mehr lange mit und außerdem sind wir es einfach nicht gewöhnt fast nur Kaltes zu essen. Deswegen waren wir jetzt schon ein paar Mal in Coromandel und haben Fish&Chips oder Pasta gegessen. Was uns allerdings auch dabei nach wie vor fehlt, ist das Salz. Die Neuseeländer würzen einfach nicht gerne...
Wir essen Kiwis mittlerweile übrigens mit Schale! Gar nicht schlecht...

Eine große Neuigkeit gibt es: wir haben unser erstes Auto gekauft!!! Einen dunkelblauen Nissan March - wir haben ihn Ralf getauft. Die Entscheidung dafür fiel an meinem (Mallus) Geburtstag. Wir haben uns den Wagen von Liane, einer Mitwwooferin, ausgeliehen, um nach Coromandel zu fahren und haben uns sofort in ihn verliebt. Sie wollte ihn eh verkaufen und so war das eine Win-Win-Situation. 

Der Geburtstag war toll. Die anderen Wwoofer und Mitarbeiter haben den Frühstückstisch dekoriert, gesungen, eine Karte geschrieben und Kuchen gebacken! Später waren wir dann erst bummeln und sind danach mit einer kleinen, alten, zu den Seiten offenen Eisenbahn durch den subtropischen Regenwald gefahren. Hinterher waren wir einen Kaffee trinken und was essen. Auch das Wetter hat toll mitgespielt. Es war ein perfekter Tag.

Letzte Woche waren wir erst mit Matilda, Hanna und Nadia (sie ist aus Australien und die wohl lustigste Person, die wir je getroffen haben) Pizza essen und nachher bei einem Taizé-Gesangsabend. Da saßen wir mit anderen in einem Kreis und haben verschiedensprachige Lieder aus Taizé gesungen. Das war sehr schön... Genau wie auch das Taizé-Konzert heute morgen in der Sanctuary. Die Akustik in der Kapelle und der Gesang waren atemberaubend. Am Ende haben wir alle zusammen einen großen Kreis gebildet, uns an den Händen genommen und ein maorisches Lied gesungen. Weiter singend haben wir uns alle gegenseitig in den Arm genommen. Es war rührend und alle hatten Tränen in den Augen. Der Raum war voller Liebe...

Es passiert so viel hier, dass wir gar nicht alles erzählen können. So viele Kleinigkeiten, die jeden Tag besonders machen...
Wir haben schon zwei Mal abends ein Possum (nicht "Opossum", wie wir gelernt haben) gesehen. Die sehen aus wie eine Mischung aus Waschbär und Eichhörnchen, ganz süß und recht groß. Es gibt hier ne richtige Possum-Plage, weil diese Tiere in Neuseeland keine natürlichen Feinde haben und so viel essen. Deshalb werden viele Fallen aufgestellt. Ein totes Possum haben wir leider auch schon gesehen.

Wir bleiben noch ein paar Tage länger bei MANA als geplant. Unsere Reise wird am 3. oder 5.10. weitergehen. Bis dahin genießen wir die wundervolle Atmosphäre und den schönen Ausblick in vollen Zügen...

Bye byeeee... CYA (uebrigens das Kennzeichen von unserem Ralfi :-) )

Wir leben im Paradies!

Samstag, 12.10.2013

Halloechen,

seit unserem letzten Eintrag ist unglaublich viel passiert. Wir sind 3 Naechte bei Jessie und ihren Toechtern geblieben und hatten eine tolle Zeit und leckeres Essen.

Am dritten Tag bei ihnen sind wir mit einer Mitfahrgelegenheit zum Cape Reinga gefahren. Das war ueberwaeltigend. Worte gibt es dafuer gar nicht. Es ist der noerdlichste Punkt Neuseelands, das heiszt, man kann hingucken, wo man will, und sieht fast ueberall nur Wasser - wunderschoenes, tief blaues, atemberaubendes Wasser. Dazu kommen all die Berge unter uns und in der Ferne und alles war wieder so gruen. Selbst die Panoramafotos, die wir gemacht haben, koennen all die Natur und das, was man fuehlt, wenn man von ihr umgeben ist, nicht annaehernd einfangen.

Nachdem wir ein paar Stunden an diesem tollen Ort verbracht haben, sind wir mit unserer Mitfahrgelegenheit (Kilian aus Deutschland und Emily aus Amerika) noch weiter gefahren zu den riesigen Sandduenen, die da in der Naehe sind. Wir haben uns gefuehlt, wie mitten in der Wueste. Wir sind die Sandberge hochgestiefelt und uns bliesz der Wind ins Gesicht. Vorher hatten wir Sandboards von unserer Hostmama bekommen, mit denen wir dann nach einigem Zoegern die Duenen runter gesaust sind. Das Hochlaufen war allerdings so anstrengend, dass wir das nur ein paar Mal gemacht haben. Wir hatten Spasz und zu unserem Glueck war auch nicht viel los.

Spaeter am Tag sind wir zu viert zurueck zu unserer Gastfamilie gefahren und haben auch alle vier dort uebernachtet bevor Kilian und Emily sich am naechsten Morgen wieder auf den Weg machten. Auch wir haben uns spaeter an dem Tag wieder auf den Weg gemacht. Jessie hat uns zum Highway gebracht, damit wir weiter trampen konnten. Auf dem Weg dahin zeigte sie uns noch einen heiligen See der Maori, der uns wirklich beeindruckt hat. Er war rot... oder colafarbend. Er soll heilende Kraefte haben.

Am Highway angekommen, wurden wir schon schnell wieder eingesammelt - von einem netten, zunaechst schuechternen, jungen Mann namens Will, der mit seinem Vodafone-Firmenwagen unterwegs war. Wir haben uns nett unterhalten und er hat uns bis vor die Tuer des uns schon bekannten Hostels "Mousetrap" gebracht. Wie wir spaeter erfuhren, hat er da sogar, nachdem wir schon eingecheckt hatten, noch seine Nummer fuer uns hinterlassen - sehr nett!

Abends waren wir in der Bar gegenueber und haben uns dort etwas Live-Musik angeschaut. Die verschiedenen Kuenster waren sehr gut. Danach sind wir noch zum Strand gegangen und haben den wunderschoenen Sternenhimmel auf uns wirken lassen...

Am naechsten Tag sind wir direkt mit Sack und Pack weiter gereist, nach Whangarei. Dort waren wir in einem anderen Hostel, als beim ersten Mal. Das zweite Hostel, wo wir von einer netten alten Dame namens Mavis abgeliefert wurden, war total suesz. In dem britischen Landhausstil mit Rueschen an den Bettdecken fuehlten wir uns auf Anhieb wohl. Auch die Leute, die wir da trafen, waren sehr nett. Wir hatten einen lustigen Abend zusammen!

Am naechsten Tag ging es dann wieder direkt weiter, nach Auckland. Da erwartete uns kein gutes Hostel, aber wir waren froh ueberhaupt noch ein etwas guenstigeres bekommen zu haben, da fast alles ausgebucht war. Vielleicht lag es daran, dass Rihanna in der Stadt war oder daran, dass die Ferien gerade begonnen hatten. Jedenfalls war unser Hostel dreckig, ungemuetlich und auch mit den Leuten fuehlten wir uns nicht unbedingt wohl. Dass wir das Hostel jetzt in so schlechter Erinnerung haben, liegt allerdings auch daran, dass wir nach unserer Ankuft ohne Vorwarnung 3 Stunden warten mussten bis wir einchecken konnten, weil die Inhaber zum Lunch waren. Auszerdem hingen ueberall Verbots-Schilder an den Waenden. Nachdem wir die 3 Stunden irgendwie mit Tagebuch schreiben und lesen rumbekommen und endlich unsere Sachen in ein akzeptables Zimmer gepackt hatten, sind wir dann noch in die Stadt gegangen, um noch ein bisschen was vom Tag zu haben. Tina hat sich tolle Schuhe gekauft, wir haben Fastfood gegessen und fuehlten uns fast wie 'wieder zu Hause'.

Trotzdem waren wir froh, als wir am naechten Tag wieder raus konnten aus der Stadt. Diesmal wieder mit dem Bus. Um zur Bushaltestelle zu kommen, mussten wir allerdings erst eine knappe Stunde mit all unserem Gepaeck durch Auckland laufen. Und das hiesz auf und ab und auf und ab mit schweren Rucksaecken, Taschen, Gitarre und Lebensmitteln. Wir waren fix und fertig als wir ankamen und unsere Sitznachbarn im Bus taten uns leid.

In Thames war es toll. Thames ist ein sueszer, kleiner Ort mit relativ vielen kleinen Laeden. Er liegt, wie fast alles hier im Norden, direkt am Meer. Auch unser Hostel war super. Sauber, gemuetlich und dem "Boss", wie er sich vorstellte, wuchsen wir schnell ans Herz. Vielleicht fahren wir sogar bald mal mit ihm fischen. Wir wollten urspruenglich nur 3 Naechte da bleiben, aber uns gefiel es so gut und nach all der Kurztrips waren wir so unmotiviert weiter zu reisen, dass wir doch 5 Naechte blieben. WIr lieszen es uns richtig gut gehen, lasen, schliefen lange, kochten lecker und saszen in der Sonne. Auszerdem kamen wir endlich mal zum Waschen und zur Koerperpflege ;-). Wir goennten uns sogar Milch, Joghurt, Smacks und an einem Abend auch Wein - etwas zu viel. Es war super! Wir gingen jeden Tag unsere Einkaufsrunde zum Pack'n'Save, zum Einkaufszentrum und zum Buchladen.

So erholt konnten wir uns am 10.10. dann gut auf den Weg zum Mana Retreat Centre machen, wo wir seit dem sind und es immer noch nicht glauben koennen. Es liegt auf einem Berg bei Coromandel und der Ausblick ist "amazing". Wieder wohin man schaut, nur Berge, Meer, Natur und mittendrin unsere Holzhaeuser. MANA ist eine Art spirituelle Oeko-Entspannungskommune. Jeden Morgen um 8 Uhr treffen wir uns fuer den Morning Circle, setzen uns auf den Boden in einen Kreis und nehmen uns an den Haenden. Dann schlieszen wir nach dem Gong der Klangschale fuer 10 Minuten die Augen und lauschen den Glocken der kleinen Kapelle (Sanctuary), die oben auf der Spitze des Berges steht. Nach dem erneuten Gong der Klangschale oeffenen wir unsere Augen wieder und ziehen dann Engel- und andere Karten und lesen uns gegenseitig die Beudeutung und zugehoerigen Gedichte vor. Es ist ein schoener Start in den Tag. Nachdem wir uns einen Good-Morning-Hug gegeben haben, machen wir Fruehstuck, essen und fangen dann um 9 Uhr mit der Arbeit an, sofern wir nicht "Spaetschicht" haben. Die meiste Arbeit faellt hier im Haushalt an. Wenn wir nicht putzen, Betten machen oder im Garten arbeiten (Mittwochs), helfen wir in der Kueche beim Schnibbeln und mit dem Abwasch. Es ist viel Arbeit, aber die Zeit ging bisher recht schnell rum. Die Leute sind fast alle sehr nett (Ausnahmen gibt es ja immer) und wir genieszen die Zeit an diesem wunderbaren, spirituell erleuchtetem Ort. In unserer Freizeit koennen wir hier an Programmen wie Yoga teilnehmen, die Saune und die Badewanne mitten im (Ur)Wald nutzen, verschiedene schoene Wanderwege gehen oder einfach in der Sonne oder der Buecherei sitzen und alles auf uns wirken lassen. Trotz der vielen Arbeit (6 Stunden am Tag), koennen wir gut entspannen. Wir haben hier zum ersten Mal ein Zimmer ganz fuer uns, sogar mit Waschbecken und Spiegel, das ist ein Luxus! Und das Essen... Es ist grandios! Das meiste Essen (alles vegetarisch) ist "organic" und vieles kommt direkt aus dem eigenen Garten. Oft kommen grosze Gruppen her zur Entspannung, zur Meditation oder zum Yoga. Die werden von uns bekocht und wir bekommen natuerlich auch immer was von dem Essen. Wir werden hier wahrscheinlich dick, weil es so lecker ist, dass man kaum aufhoeren kann zu essen. Die anderen Wwoofer haben uns direkt am ersten Tag schon davor gewarnt. Auszer uns sind momentan noch 2 Schwedinnen in unserem Alter, 2 Deutsche und 2 Neuseelaender hier, die wwoofen (willing workers on organic farms).

Unsere ersten freien Tage werden der 15. und 17.10. (Marlenas Geburtstag :-)) sein. Darauf freuen wir uns schon!

Jetzt sind wir muede und gehen ins Bett. Morgen muessen wir schlieszlich wieder arbeiten.

Wir schicken ganz liebe Gruesze nach Hause und versuchen bald mehr Fotos hochzuladen!

Bis bald,

eure Bungalow Bananas

Ein Lebenszeichen..

Sonntag, 29.09.2013

Hallo liebe Leute,

endlich kommen wir dazu, mal etwas in unseren Blog zu schreiben! Wir sind jetzt seit 2 Wochen hier und haben schon sooooo viel erlebt. Wir koennen leider immer nur an richtigen PCs unseren Blog updaten und nicht mit dem Tablet, daher ging es nicht frueher. Auszerdem ist das Internet in den Hostels unglaublich langsam und oft auf 50 MB pro Tag begrenzt. Momentan sind wir aber bei einer neuseelaendischen Familie in Karikari, wo wir vernuenftiges Internet haben und einen Pc benutzen koennen. Wer weisz, wann das wieder der Fall sein wird, also schreiben wir jetzt so viel wir koennen!

Wir beginnen mal ganz am Anfang. Der Flug war anstrengend! Stundenlang in der selben Position zu verharren war nicht gerade angenehm und richtig durchschlafen konnte man natuerlich auch nicht. Da halfen auch Oropax und Schlafmaske wenig. Das Essen ging am Anfang noch und auch die Filme, die man schauen konnte, waren ok. Aber irgendwann hat man einfach keine Lust mehr auf gar nichts. Wir wollten einfach nur noch zurueck nach Hause. Wir konnten gar nicht begreifen, dass wir das freiwillig auf uns nehmen. Unsere Gelenke taten weh, von dem Essen wurde uns etwas uebel und unser Zeitgefuehl war quasi nicht mehr vorhanden. Es war gut zwischendurch noch zwei Stops in Dubai und Melbourne zu haben, obwohl sich auch die hinzogen. Am unangenehmsten an den Fluegen waren jedoch die penetranten Klimaanlagen. Tina hat sich trotz Schal und dickem Pulli eine Erkaeltung zugezogen. Unsere Atemwege wurden quasi komplett ausgetrocknet, sodass atmen uns etwas schwer fiel. Auszerdem gab es wenig zu trinken und es dauerte ewig bis man wieder was bekam, nachdem man gefragt hat. Aber genug gemeckert... wir waren froh, als wir da waren!

Glauben konnten wir aber nicht, dass wir wirklich in Neuseeland sind. Das faellt uns auch jetzt noch manchmal schwer. Dabei ist es fast unmoeglich, das auszublenden, bei all der Schoenheit der Natur, die sich uns hier bietet. Das zu beschreiben ist unmoeglich. Wir werden es trotzdem versuchen, aber weder unsere Worte noch die Fotos (mittlerweile schon bestimmt ueber 300 allein aus den ersten 2 Wochen) werden das auch nur annaehernd schaffen koennen.

Als wir in Auckland am Flughafen auscheckten, erwartete uns eine erste Herausforderung. Wir hatten unwissenderweise "illegale Substanzen" eingefuehrt, undzwar das Mini-Pferfferspray, was Alena uns geschenkt hatte. Also wurden wir erstmal aus dem Verkehr gezogen und die Polizei wurde gerufen. Na super... Zu unserem Glueck wurde auf eine Anzeige verzichtet und wir bekamen nur eine Verwarnung. Wir duerfen uns jetzt nichts mehr zu schulden kommen lassen, sonst werden wir ausgewiesen. Naja, das schaffen wir schon... Bis all der Papierkram erledigt war, waren etwa 1 1/2 Stunden vergangen. Dann durften wir endlich, zum ersten Mal nach ueber 30 Stunden, wieder an die frische Luft - neuseelaendische Luft. Wahnsinn! Relativ schnell fanden wir einen Bus, der uns 45 Minuten lang (ohne zu bremsen) durch die Gegend bis zu unserem Hostel manoevrierte. Das befand sich auf der K-Road (dem Rotlichtviertel von Auckland wie wir spaeter herausfanden, gut an den vielen Transvestiten zu erkennen). Schnell schlossen wir die ersten Kontakte - aber im Hostel natuerlich. Wir teilten uns das Zimmer mit Markus aus Bayern und Sebastian aus dem Sauerland. Viele Deutsche gibt es hier! Und in den groszen Staedten auch sehr viele Asiaten! So viele, dass wir in Auckland erst dachten, wir waeren im falschen Land gelandet. Auf dem Land gibt sich das aber etwas...

Die ersten Tage in Auckland verbrachten wir vor allem damit, uns an die Zeitverschiebung zu gewoehnen. Unser Jetlag war nach 4 Tagen immer noch nicht ganz weg. Das lag allerdings auch daran, dass wir in der ersten Nacht (alle vier) um 4 Uhr wach wurden und erst gegen 6 wieder einschliefen. Die zweite Nacht hielt auch eine Ueberraschung fuer uns bereit: Feueralarm! Die Inhaber des Hostels waren nicht da und wir ratlos. Also gingen wir hinaus auf die Strasze - in Schlafsachen, manche von uns barfusz - und warteten und warteten. Irgendwann rief ein Hostelbewohner den Inhaber an. Dieser antwortete nur: "Ruft doch die Polizei!". Da bekam er zu hoeren, dass es doch sein Hostel und er dafuer verantwortlich sei. Das war anscheinend deutlich genug, denn nach 10 bis 15 Minuten trudelten dann langsam 5 Feuerwehrwagen ein. Die lassen sich hier alle Zeit, in Neuseeland... Um mal zum Ende der Geschichte zu kommen: Es hat nicht gebrannt! Wir durften wieder zurueck ins Hostel, aber waren dann natuerlich wach. Also tranken wir einen Tee und gingen wieder erst gegen 6 Uhr zurueck ins Bett.

Die Tage konnten wir trotzdem gut genieszen. Wir organisierten uns Steuernummer, Bankkonto und Simkarte, schauten uns viel um und bewunderten all die wunderschoenen, riesigen Baeume, mit all ihren dicken, verschlungenen Aesten. Einfach toll!

Mit den Jungs verstanden wir uns ganz gut. Beide sind aber nach ein paar Tagen unabhaengig voneinander weitergereist (bzw. in andere Hostels umgezogen, wir trafen sie spaeter noch oefter). Also bekamen wir neue Zimmergenossen, unter anderem Arlette - auch eine Deutsche, sehr nett.

Auszerdem kam Simon an Tinas Geburtstag in Auckland an. Wir feierten diesen Tag gebuehrend - wir zwei, Markus (der ja nur ein paar Straszen weiter wohnte), Alex (eine Freundin von Markus), Simon, Arlette und zwei Jungs, dessen Namen wir entweder vergessen haben oder nie wussten. Wir goennten uns ein paar Flaschen Wein und erkundeten danach noch die Gegend - sehr lustig! An einem irischen Pub machten wir Halt und hatten noch eine unterhaltsame Nacht. Viele lustige Fotos sind entstanden, die wir leider momentan noch nicht hochladen koennen (und bei manchen wollen wir das auch nicht).

Es wuerde zu lange dauern, alles zu erzaehlen, was wir noch gemacht haben, in unserer ersten Woche, die wir in Auckland verbrachten. Wir schauten uns einfach viel an, waren am Meer, kochten interessante Gerichte und gingen fast jeden Tag im "Countdown" Essen einlaufen. Lebensmittel sind unglaublich teuer hier!! Fuer vieles zahlt man das doppelte wie in Deutschland. Und vom Alkohol fangen wir gar nicht erst an... Den gibt es wirklich nur zu ganz besonderen Anlaessen. Dafuer hat Neuseeland, neben der Landschaft und den netten Menschen, andere Vorzuege. Zum Beispiel ist es sehr sauer hier. Und auf Bankkonten gibt es bis zu 3 % Zinsen.

Nach unserer ersten Woche reisten wir weiter (noerdlich) nach Whangarei. Wir hatten uns ein Busticket fuer den Intercity-Bus gekauft, so dass wir jetzt 20 Stunden damit fahren koennen. In Whangarei blieben wir zwei Naechte. Wir schauten uns die Whangarei Falls an, ein unglaublich schoener Wasserfall umgeben von dschungelartigem Wald. Wir machten eine zweistuendige Wanderung durch all die Natur, die uns fast erschlug mit ihrer Schoenheit. Uns blieb zwischendurch die Luft weg, so sprachlos waren wir. Die Neuseelaender sagen die Nordinsel sei nicht annaehernd so schoen, wie die Suedinsel. Wir koennen uns kaum vorstellen, was da noch alles kommen soll!

Unser Hostel in Whangarei aehnelte eher einem kleinen Ferienressort. Es gab viele kleine Haeuschen, die mit kleinen Wegen verbunden waren. Sogar einen Pool (drauszen) und einen Whirlpool (drinnen) gab es. Was ein Luxus! Es war allerdings auch etwas teurer, aber fuer zwei Naechte war das ok.

In Whangarei hatten wir dann auch unsere ersten Erfolgserlebnisse bei der Wwoofing-Suche. Wir hatten schon einige Stunden damit verbracht nach Farmen zu suchen, die Helfer brauchen, hatten Mails geschreiben, Telefonate gefuehrt und Anzeigen geschaltet, aber alles schien voll zu sein. Aber in Whangarei bekamen wir endlich Zusagen - gleich zwei! Und das nur, weil wir in Auckland zur Messe in einer Baptistenkirche waren. Das wir richtig spannend. Alle saszen auf Sofas und konnten jederzeit sagen, was ihnen auf dem Herzen lag. Es war sehr locker und wir wurden direkt in die Gemeinschaft aufgenommen. Danach wurden wir noch zu Tee und Keksen eingeladen. Es war faszinierend. Sie wollten uns nicht bekehren, sondern uns nur kennen lernen und waren einfach sehr freundlich. Ueberhaupt sind hier alle so unglaublich nett. Alle laecheln einen an und grueszen und man fuehlt sich auf Anhieb wohl. Hier gibt es auch kaum Kriminalitaet, im Sueden noch weniger als im Norden, haben wir erfahren. Aaaalso jedenfalls konnten wir in der Kirche einige Kontakte knuepfen und bekamen Adressen und Namen von Farmen, wo wir uns gut melden koennten. Und es hat funktioniert. In 2 Wochen werden wir in Coromandel (einer der beliebtesten Orte auf der Nordinsel, am Hot Water Beach) bei MANA Retreat fuer drei Wochen wwoofen. Hier die Internetseite fuer die von euch, die sich das mal anschauen wollen: http://www.manaretreat.com/. Es soll unglaublich toll sein. Und Anfang Dezember werden wir auf einer Farm in Levin (etwa eine Stunde von Wellington entfernt) fuer zwei Wochen arbeiten. Wir sind ganz begeistert!

Nach den zwei Tagen in Whangarei sind wir weiter nach Paihia gereist, wieder mit dem Intercity. Dort erwartete uns ein wunderschoener Strand. Unser Hostel war da ganz in der Naehe und so konnten wir uns von all der Freizeit und den schoenen Erfahrungen erstmal erholen. Wir legten uns in Bikini an den Strand und sonnten uns - Ende September. So cool!

Am naechsten Tag machten wir eine Bootstour durch die Bay of Islands. Dabei sahen wir erst Robben und dann Delphine, so schoene Tiere! Unter anderem war auch das "Hole in the Rock" eine Attraktion bei der vierstuendigen Tour. Ein Loch in einem Felsen mitten im Ozean. Da sind wir durchgefahren. Das war ganz cool, aber was viel beeindruckender war, war die Farbe des Wassers. So viele verschiedene Tuerkistoene haben wir vorher noch nie gesehen. Mitten in diesem gruen-blau glizernden Wasser gibt es mehrere Inseln, an denen wir vorbei fuhren. Eine schoener als die andere. Und auf jeder Insel maximal fuenf Haeuser. Wir fanden es fast schon frech, uns diese wunderschoene Art zu leben zu zeigen. Aber wir werden uns bestimmt noch etwas an all die Idylle, die uns hier umgibt, gewoehnen. Hier gibt es so viele verschiedene, intensive Gruentoene ueberall. Alles ist gruen! Und weit! So eine Weite... Manchmal fahren wir stundenlang mit dem Bus und kommen nicht an einem einzigen Dorf vorbei. Ueberall nur Berge und endlos wirkende Weiden mit Schafen und Kuehen. Die Tiere muessen unwahrscheinlich gluecklich hier sein, so viel Platz wie die haben! Und ganz viele Laemmer und Kaelber sieht man ueberall, sooo suesz!

Aber genug geschwaermt. Die Zeit in Paihia (3 Naechte) verbrachten wir viel mit lesen, essen, am Strand liegen und damit unser Glueck zu begreifen.

Heute morgen wollten wir dann weiter nach Karikari (bei Kaitaia) fahren, aber wie das manchmal so ist... wir haben den Bus verpasst. Also mussten wir trampen. Das ist hier aber nichts besonderes, sondern gehoert fuer viele zum alltaeglichen Leben dazu. Und so wurden wir bald mitgenommen - insgesamt von vier Autos. Das vierte liesz 48 km vor Kaitaia (wir hatten schon mehr als die Haelfte geschafft) etwas auf sich warten. Dafuer kam der Regen. Und nicht wenig. Wir standen also mit Sack und Pack etwa ne halbe Stunde im Regen. Dann hielt eine nette Frau, die uns bis vor die Haustuer unserer Unterkunft brachte. Und hier sind wir nun. Bei einer neuseelaendischen, alternativen Familie in einem Haus direkt am Strand mit wunderschoenem Ausblick. Wir bekommen tolles Essen und sowohl die Mutter als auch ihre 4 Toechter sind sehr nett! Wir haben sie uebers Couchsurfing im Internet kennen gelernt. Sie haben uns schon ein wenig die Gegend gezeigt und uns etwas ueber die Maoris erzaehlt und wieder konnten wir es nicht fassen. Hier leben die wirklich?! Die Kinder haben Unterricht am Strand, lernen tauchen, angeln, Gitarre spielen und gehen in ihrer Freizeit mit Delphinen schwimmen, die oft in ihrer Bucht vorbei schauen. Es ist ein Traum. Das Haus ist zwar grosz, aber etwas vollgestopft. Das macht aber gar nichts. Wir genieszen es hier und werden vielleicht zwei oder drei Naechte bleiben. Uebermorgen wollen wir zum Cape Reinga fahren und zum 90 Miles Beach. Wir freuen uns auf alles, was noch kommt und wovon wir jetzt noch gar nichts wissen und sind neugierig auf alle Erfahrungen, die wir hier noch machen werden.

Das Wetter kann gerne noch etwas besser werden. Es ist etwas wechselhaft, immer einen Tag Sonne, einen Tag Wolken oder Regen, aber es sind trotzdem um die 20 Grad hier, also wollen wir uns nicht beklagen. Und selbst am Anfang unserer Reise, als es nur etwa 13 Grad hier waren, konnte man in T-shirt rumlaufen, weil es sich wie 20 Grad anfuehlte. Die Sonne ist hier einfach viel intensiver. Wir sind sogar schon braun geworden.

Wir hoffen, euch geht es allen gut am anderen Ende der Erde und schicken euch ganz viel Waerme rueber! Wir melden uns wieder, wenn es uns moeglich ist.

Ganz liebe Gruesze,

eure Bungalow Bananas :)

Strand in Paihia